Basteln, backen und bummeln

Weihnachtsmarkt Poststraße

KIPPENHEIM (BZ). Auch in diesem Jahr findet in der Poststraße wieder der traditionelle Kippenheimer Weihnachtsmarkt statt — dieses Mal mit der Rekordzahl von mehr als 50 Ständen. Der 15. Weihnachtsmarkt wird am Samstag, 1. Dezember um 16 Uhr im Beisein der Weinkönigin feierlich eröffnet; Posaunenchor und Männergesangsverein sorgen für die passende Musik. Um 19 Uhr gibt es eine Verlosung, eine zweite findet am Sonntag um 17 Uhr statt. Am Sonntag ist „Familientag“ mit Kinderchören, Schulchor und Jungmusikern. Das Jugendzentrum bietet Kinderbasteln und die Kindergärten Weihnachtsbacken an. Ab 13.30 Uhr gibt’s beim Jugendzentrum die Möglichkeit zum Ponyreiten. Zu einer Märchenstunde lädt die ehemalige Synagoge um 15.30 Uhr.

Wie die Trompeten von Jericho

Der Chor beim Spielen
Stromlinien: eine verwirrende Fülle von Instrumenten beim Konzert in Allmannsweier (FOTO: HEIDI FÖSSEL)
Die Kirchenmauern wurden erschüttert: Das Abschlusskonzert des Bezirksbläserseminars erfüllte die hohen Erwartungen

Von der BZ Mitarbeiterin Ulrike Le Bras

SCHWANAU-OTTENHEIM. Beim Abschlusskonzert des Bezirksbläserseminars wurden die Ohren der Zuhörer so richtig durchgeblasen. Denn so manches Stück am Sonntagabend in der evangelischen Kirche von Allmannsweier gehörte nicht in die Rubrik „Das geht runter wie Öl“ , sondern war bisweilen ganz schön schräg, mit Ecken und Kanten, swingend, poppig und kam mitunter sogar rockig daher.

Schnell war die Kirche voll besetzt. Wer noch sitzen wollte, musste auf die Empore ausweichen, die sich auch rasch füllte. Volles Haus also für eine Veranstaltung, die im Ried und darüber hinaus seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des November-Kulturprogramms ist.

Vorzeiten noch unter dem Taktstock von Ludwig Pfatteicher, heute unter der Regie von Landes-Posaunenwart Heiko Petersen mit Traugott Fünfgeld an der Orgel sowie den Solointerpreten Thomas Neuberth (Trompete) und Joachim Osswald (Posaune), standen und stehen diese Abschlusskonzerte immer für anspruchsvolle Kirchenmusik zum Ende des Kirchenjahres.

Den Trompeten von Jericho gleich, die die Stadtmauern zum Einstürzen brachten, war die „Eröffnungsmusik“ von Dieter Wendel. Die Vibrationen waren jedenfalls auch ohne Verstärkeranlagen bis in die obersten Sitzreihen der Empore zu spüren. „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Felix Mendelssohn Bartholdy füllte als erstes traditionelles Bläserstück des Programms feierlich-getragen den Kirchenraum. Gefolgt von der „Sonate f-moll“ von Telemann, interpretiert von Soloposaune und Orgel. In schöner Ausgewogenheit malten dann Trompeten den Zuhörern musikalische „Ländliche Bilder“ . In der Liturgie griff Pfarrerin Malter das Thema „Jauchzet dem Herrn“ auf und las den gleichlautenden Psalm 100.
Das „Konzert für Trompete und Orgel“ von Joseph Haydn und die „Abendglocken“ von Franz Abt, sowie „Variation in Swing“ schlossen den ersten Teil des Programms ab.

Im Anschluss konnte wieder flott-moderne Bläsermusik genossen werden. Nachdem Traugott Fünfgeld an der Orgel seine Komposition „Kommt mit Gaben und Lobgesang“ intoniert hatte, durften die Jungbläser in die zur den Instrumenten greifen. Zunächst spielten sie mit den Altbläsern einen „Groove VII“ , dann allein einen „Chacha“ . Das war den Zuhörern den ersten Zwischenapplaus des Abends wert.

Schließlich standen zwei Stücke von Friedrich Heinrich Kern auf dem Programm. Die folgende „Introduction“ schien wie abgestimmt auf den vorhergehenden Text über die Auferweckung des Lazarus: für den (unwahrscheinlichen) Fall, dass der eine oder andere in den Schlaf abgerutscht sein sollte, weckte ihn der Chor auf: Gewaltig, poppig bis rockig ging es über ein schräges Finale zum nächsten Gemeindelied, das als Lied zum Deutschen evangelischen Posaunentag in Leipzig ausgewählt wurde: „Halt doch mal ein im Eilen durch die Tage…“ . Besser konnte man die Besucher nicht auf den Weg in die Adventszeit schicken. Übrigens: Der Texter dieses Liedes, Wilhelm von Ascheraden, weilte an diesem Abend in der Kirche Allmannsweier. Den Schlusspunkt setzte Johann Sebastian Bach: „So sei nun Seele, deine…“ und als Zugabe das „Gloria sei dir gesungen“ .

Ovationen für Rentschler

Jubiläumskonzert des Posaunenchors begeistert Zuhörer / Abschied vom langjährigen Dirigenten

Vom BZ Mitarbeiter Alfred Arbandt

LAHR-HUGSWEIER. Die Freude über ein gelungenes Jubiläumskonzert des Posaunenchors ist am Sonntag durch Wehmut über den Abschied von Dirigent Oswald Rentschler fast ein wenig überdeckt worden. Nach 45 Jahren hat der Chorleiter beim 125-Jährigen sein letztes Konzert gegeben und den Stab an Roman Schieni weitergegeben. Das Publikum und die Aktiven seines Chors dankten dem Urgestein der Hugsweierer Posaunenchorszene nach dem letzten Beitrag mit Ovationen.

Der durch Bläser aus Kippenheim und Friesenheim verstärkte Hugsweierer Posaunenchor erwies sich von Beginn an als ambitionierte und eingespielte Formation, und bot eine Reise durch unterschiedlichste Epochen und Stilrichtungen. Der „Festlichen Eröffnung“ von Dieter Wendel folgte eine Hommage an Wolfgang Amadeus Mozart. Im ersten Programmteil des unter dem Motto „Zu Gottes Lob und Ehre“ stehenden Konzerts standen die Suite in B-Dur von Georg Friedrich Händel und eine Suite des französischen Barockmusikers Jean-Joseph Mouret mit dem besonders gut gespielten Fanfaren-Rondeau im Mittelpunkt.

Zusammen mit der Gemeinde huldigte man im Kirchenlied „Nun lob mein Seel“ den Herren“ Johann Sebastian Bach. Pfarrer Daniel Ahrnke ergänzte mit Psalmlesungen und Geschichten über Musik das abwechslungsreiche Programm. Bezirksposaunenchorleiter Traugott Fünfgeld ehrte danach Ralf Kurz und Bernd Adam für 28 Jahre aktive Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel, Annette Rentschler erhielt die Nadel in Silber.

Problematischer war es für Fünfgeld, dem scheidenden Dirigenten eine adäquate Ehrung zukommen zu lassen. Oswald Rentschler, der seit 55 Jahren mit besonderem Engagement dem Posaunenspiel verbunden ist, hat bereits alle hohen Auszeichnungen des Verbandes. So blieb dem Bezirksposaunenchorleiter nur übrig, ihm eine besondere Ehrenurkunde, eine große Flasche besten Weins und eine CD zu überreichen.

Pfarrer Daniel Ahrnke verabschiedete Rentschler mit herzlichen Dankesworten für seinen unermüdlichen Einsatz und seinen Dienst zum Lobe Gottes. „Sie waren ein Geschenk für unsere Gemeinde und wir lassen Sie nur ungern gehen“ , so der Gemeindepfarrer.

Im zweiten Programmteil zeigte sich dann der Posaunenchor von einer anderen Seite. Bei populären Weisen, wie „Lady Madonna“ von den Beatles oder „Cochabamba“ , „Put your hand in the hand“ und „Tiger Rag“ wurden die Posaunen und Trompeten von Hans-Michael Fabritius am Schlagzeug wirkungsvoll unterstützt. Höhepunkt und ein besonderer Hörgenuss war dann die schottische Weise „Highland Cathedral“ , bei der der Chor noch einmal alle Register zog.

Mit frenetischem Beifall und Ovationen im Stehen wurde dann der scheidenden Dirigent bedacht. Eine Zugabe und das von den Zuhörern mitgesungene „Nun danket alle Gott“ beendete das denkwürdige Konzert. Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus bedankten sich der Vorsitzende der Kirchenältesten Walter Sexauer für die Hugsweierer und Gerd Deusch für die Langenwinkler Kirchengemeinde, Günter Noll für die Aktiven des Posaunenchors und Ortsvorsteher Hansjakob Schweickhardt im Namen der politischen Gemeinde. Dem Nachfolger Roman Schieni wurden die besten Wünsche mit auf dem Weg gegeben. Oswald Rentschler, dem die Jugendarbeit ein besonders Anliegen war, stellte Jan Totzke als neuen Jungbläser vor.

So macht gemeinsames Singen Spaß

Der Kinderchor
Der Kinderchor
180 Kinder der Maîtrise vocale begeisterten beim Adventssingen in der Lahrer Stiftskirche das Publikum

Von der BZ Mitarbeiterin Juliana Eiland-Jung

LAHR. Dieses Jahr hatten die Kinder der Maîtrise vocale beim Adventssingen wirklich den Turbo eingeschaltet: Sie sangen so flott, dass die Eltern manchmal gar nicht mitkamen. Gut, dass das Vororchester der Musikschule und die Bläser des Kippenheimer Posaunenchores wie immer dabei waren, um zwischen Chorraum und Kirchenschiff musikalisch zu vermitteln.

Der Singchor in der Stiftskirche

Schön war es wieder, der Fixpunkt im Advent für singbegeisterte Kinder der Lahrer Grundschulen und ihre Eltern. Fröhlich und laut, denn die Kinder singen aus voller Kehle und man merkt ihnen an, dass sie Spaß am Singen und an den Gesten haben, und dass es ihnen genauso viel Freude macht, das in den vergangenen Wochen Gelernte in der vollen Kirche zu präsentieren.

Mit zur Freude der Kinder trägt bei, dass die Eltern, Großeltern und Geschwister mitsingen, und dass Hermann Feist, Dirigent und manchmal auch Dompteur des 180 Kinder umfassenden Chores an diesem Abend, immer wieder mit kleinen Anspielungen auf die musikalischen oder koordinatorischen Probleme der Erwachsenen hinweist. Hermann Feist ist musikalisch der Verbündete der Kinder, der die Erwachsenen mit allen Mitteln zum Singen überredet. „Nehmen Sie die Liedblätter mit nach Hause, singen Sie zu Hause“ , wirbt er ungeniert, und lässt das „Gloria“ so lange singen, dass es „hoffentlich“ als Ohrwurm mit auf den Heimweg genommen wird.

Von Aufregung und Anspannung ist an diesem Abend nur wenig zu spüren. Es geht auch nicht um Perfektion, sondern um die Freude am Musizieren — und nicht zuletzt um die frohe Botschaft von Weihnachten.

Pfarrer Thomas Abraham hatte genau die richtige Geschichte dazu ausgesucht. Wie die Tiere sich alle drängen, im Christkindlein-Stall dabei sein zu dürfen, und dann ausgerechnet Ochs und Esel von den Engeln ausgewählt werden, deren beste Eigenschaften nicht Kraft und nicht Anmut, sondern Demut und Geduld sind.

Mit Ignaz Pleyels „Rondo für Streichorchester“ und Franz Schuberts „Wiegenlied“ verschaffte das Vororchester der städtischen Musikschule den Sängerinnen und Sängern kleine Verschnaufpausen. Die jungen Streicher hatten sich gut vorbereitet, und sowohl solistisch wie auch als Begleitorchester für einige Lieder verlieh das Orchester dem Konzert einen festlichen Rahmen.

Auch die Bläser des Kippenheimer Posaunenchores waren nicht nur als klangkräftige Begleitung gekommen, sondern trugen mit zwei brillant vorgetragenen Stücken aus Mozarts Londoner Skizzenbuch zum Programm bei.

Nach rund einer Stunde, nach „Gatatumba“ und „Kommet, ihr Hirten“ , „Stern über Bethlehem“ und einem — versuchten — „Quodlibet“ ging es dann wieder nach Hause. Und viele Familien hörten auf den Dirigenten Hermann Feist: Sie nahmen das Liedblatt mit, um zu Hause weiter zu singen.

Gewaltige Klangkraft und zarte Töne

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Abwechslungsreiche Melodien brachten die Ottenheimer Kirche zum Klingen. (FOTO: WOLFGANG KüNSTLE)

Ein Artikel der Badischen Zeitung

Beim Abschlusskonzert des Bezirksbläserseminars zeigten die Musiker in Ottenheim ihr Können

SCHWANAU-OTTENHEIM. „Die Posaunenchöre sind so wichtig für die Gemeinde. Die spielen im Gottesdienst, auf dem Friedhof und in Altersheimen. Schön, dass sie über unser Bläserseminar berichten!“ Bezirkskantor Traugott Fünfgeld hatte allen Grund, sich über das Interesse der Zuhörer und der Presse in der voll besetzten Ottenheimer Kirche zu freuen, denn die rund 60 Bläserinnen und Bläser hatten gerade ein wunderschönes Abschlusskonzert des Bezirksbläserseminars gegeben.

Vor über dreißig Jahren hatten Hans Martin Erb als Bezirkschorleiter und Reinhold Kögel als Bezirksobmann die Bläserseminare ins Leben gerufen. Zwischen Buß- und Bettag und Totensonntag steht seitdem die Fortbildung für Bläser im evangelischen Kirchenbezirk auf dem Stundenplan, die jeweils mit einem Konzert abgeschlossen wird. Am Sonntagabend nutzte das Orchester die Gelegenheit, dem im Publikum sitzenden Hans Martin Erb nachträglich zum 70. Geburtstag zu gratulieren, mit dem feierlich vorgetragenen Choral: „Nun danket alle Gott“ , der später im Konzertprogramm noch einmal aufgegriffen wurde.

Ein abwechslungsreiches Konzert unter dem Posaunenchor-Motto „Töne der Hoffnung“ war geboten, bei dem Frank Spengler dafür sorgte, dass auch die neue, noch nicht ganz fertig gestellte Orgel zum ersten Mal in einer voll besetzten Kirche ihre Klangqualität unter Beweis stellen durfte. In zwei zeitgenössischen Stücken von Rosalie Bonighton trat die Orgel sogar solistisch in Aktion, und erwies sich als frisch und tragend — und überaus passend für die kleine Kirche.

Majestätisch präsentierten

sich die Bläser

Doch den Hauptpart übernahmen naturgemäß die Bläser, die von Traugott Fünfgeld und Landesposaunenwart Heiko Petersen geleitet wurden. Die Klangkraft war gewaltig, und Dirigent Fünfgeld schwelgte geradezu in der majestätischen Fülle der Töne, die er auch als Komponist und Bearbeiter immer gut in Szene setzte. Feierlich die „Introduktion“ des großen Orchesters, fast volkstümlich anmutend die Bearbeitung dreier Stücke aus Mozarts „Londoner Skizzenbuch“ . Bei einem solch großen Bläserensemble wirkten das Kirchenlied „Der Lärm verebbt“ und „Sei stille dem Herrn“ aus dem „Elias“ von Felix Mendelssohn-Bartholdy wie eine schiere Unmöglichkeit. Dennoch gelang das fast unmögliche, mit den sechzig Blechbläsern auch zarte Töne anklingen zu lassen. Wirklich still wurde es immer dann, wenn Pfarrer Wilhelm von Ascheraden Psalmen und Gebete vortrug.

Besonders herzlichen Applaus erhielten die jüngsten Musiker und Musikerinnen. Sie interpretierten das fröhliche „Du hast uns deine Welt geschenkt“ und machten beim rhythmisch anspruchsvollen „Mississippi Shuffle Boat“ richtig dicke Backen. Wie weit man auf der Trompete kommen kann demonstrierte Thomas Neubert bei seiner strahlend schönen Interpretation eines Händel-Glorias. Richtig beschwingt agierte das große Orchester bei zwei bekannten Spirituals. Zum Abschluss erklang das Beatles-Stück „Lady Madonna“ — fetzig, jazzig, einfach klasse!

Juliana Eiland-Jung

Posaunenton zum Auftakt

Am ersten Adventwochenende findet der Weihnachtsmarkt statt
Bericht der Badischen Zeitung!!
KIPPENHEIM (BZ). Zum 14. Mal findet in Kippenheim in der Poststraße am ersten Adventssonntag der Weihnachtsmarkt von Gemeinde und Werbegemeinschaft statt. Fast 30 Teilnehmer bieten Weihnachtsartikel aller Art an, wobei auch für das leibliche Wohl gesorgt ist. Der Weihnachtsmarkt ist am Samstag, 2. Dezember, von 16 bis 22 Uhr und am Sonntag, 3. Dezember, von 11 bis 18 Uhr geöffnet.

Am Samstag, 16 Uhr, eröffnen Bürgermeister Willi Mathis und die Weinkönigin Isabell Kindle den Markt. Mit einem Glas Wein werden die Besucher auf den Weihnachtsmarkt eingestimmt. Die Weihnachtsverlosung findet am Samstag um 19 Uhr und am Sonntag um 17 Uhr, jeweils im Zentrum der Poststraße statt. Auf dem Weihnachtsmarkt kann man Lose kaufen. Daneben ist auch für musikalische Unterhaltung gesorgt. Der Posaunenchor umrahmt die Eröffnung am Samstagnachmittag und unterhält bis zum Abend mit weihnachtlichen Weisen. Die Drehorgelfrau, Paula Göhrig, spielt an beiden Tagen. Der katholische und der evangelische Kindergarten verkaufen Weihnachtsmänner, gestiftet von der Werbegemeinschaft. In einigen Weihnachtsmännern sind Lose. Der Erlös kommt der Kindergartenarbeit zugute.

Über beide Tage ist auch die ehemalige Synagoge offen. Die Frauengemeinschaft der katholischen Kirchengemeinde St. Mauritius hat ihren Basar im Erdgeschoss im ehemaligen Gasthaus „Rindfuß“ , und die Metzgerei Höfer bietet am Sonntag im Rindfußsaal Mittagessen an.

Eine Kanalfahrt die ist lustig

Kirchenschiff Wichern
Das Kirchenschiff Wichern mit der PC Kippenheim Besetzung

Das Kirchenschiff von der Rückansicht mit Bläser des PC Kippenheim. Der Posaunenchor Kippenheim wurde vom Schiffspfarrer des Kirchenschiffes „Wichern“ (Heimathafen Kehl) zu einer Schiffsfahrt durch einen kleinen Teil des schönen Elsasses (Seeweg Richtung Saverne) eingeladen, als Dankeschön für weihnachtlich musikalische Begleitungen.
Die Idee für diese Tour entstand beim weihnachtlichen Blasen, und wurde am Sonntag, den 12. August ´01 in die Tat umgesetzt. Wir trafen uns in der Frühe am vorher besprochenen Treffpunkt, und los ging´s zur „feuchtfröhlichen“ Tour. Wie immer in unserem Posaunenchor trug jeder etwas zum leiblichen Wohl bei, und somit herrschte in nichts Mangel. Mal davon abgesehen, dass unser Chor auch während der Schiffstour musikalisch sein Bestes gab, war wohl der Clou, dass der Schiffspfarrer, welcher zugleich auch der Kapitän – der Seemann – der Maschinist – einfach alles in allem war, uns alle ans Steuer ließ. Manch einer dachte da wohl er müsse Captain Drake spielen und ein Schiff kapern – doch aus der Traum – gerammt wurde kein Schiff sondern nur eine Leiplanken ähnliche Kanalverengung. Nichts war `s mit der Piraterie. An einer Schleuse ging auf einmal gar nichts mehr. Ein Stock hatte sich zwischen die Hydraulik des Schleusentores geklemmt, und uns somit an der Weiterfahrt hartnäckig gehindert. Neptuns Dreizack wäre einfacher zu entfernen gewesen. Doch wozu haben wir „starke 19 und schlaue“ Männer. Mit List und Tücke haben wir die Hydraulik überrumpelt und die Fahrt konnte weitergehen. Danach waren alle hungrig und stärkten uns in einem Lokal mit einer „Elsässischen Spezialität“ des Hauses.
Gut gelaunt ging es Richtung Heimat. Alles in allem war es ein Tag, den man bei dieser bezaubernden Landschaft, dem sonnigen Wetter, den tollen Menschen an Bord und das wohl wichtigste, Gott die Ehre geben und die gute Laune, nur schwer in passenden Worten beschreiben kann.

Christoph Manz und Anja Jost, PC
Kippenheim

50 Jahre Posaunenchor Kippenheim

Im September 1950 wurde von Herrn Ewald Busse und Herrn Pfarrer Henschke der Gedanke geboren, in Kippenheim einen Posaunenchor zu gründen. Herr Busse war bereits etliche Jahre Bläser und Pfarrer Henschke hatte noch bei Posaunengeneral Pastor D. Johannes Kuhlo in Bethel das Blasen gelernt. Es musste zunächst Geld für die Instrumente besorgt und junge Männer für das Blasen gewonnen werden. Im Januar 1951 konnten die Proben beginnen. Nach nur 6 Monaten Zeit des Übens spielte der Chor erstmals am 29. Juli 1951 im Gottesdienst zum Ausgang das Lied „Gott ist die Liebe“. Aus diesem Anlass gab der Pfarrer der Gemeinde bekannt: „Der Posaunenchor hat sein Wirken ganz allein in den Dienst des Herrn und der Erbauung seiner Gemeinde gestellt. Aus dieser Haltung will sein Blasen ein ehrfürchtiger Ausdruck des Betens und Lobens der ganzen Gemeinde sein. Er will uns mit festlicher Freude erfüllen und die Ehre Gottes rühmen. Dazu wünschen wir all seinen Gliedern den Segen Gottes, dem sie dienen.“
Der Chor zählte bereits acht Mitglieder. In der Folgezeit mussten weitere Instrumente und Notenbücher beschafft werden. Diese wurden teils von den Bläsern selbst, durch private Spenden und durch Kollekten finanziert. Mittels einer „einmaligen Beutelsammlung“ konnte ein Helikon angeschafft werden. Schon bald war das Wirken des Chors nicht mehr auf den eigenen Kirchenraum beschränkt. Bereits 1952 spielte der Chor zum ersten mal  „auswärts“ in Kippenheimweiler anläßlich des 50-jährigen Kirchenjubiläums. Es wurde bei allerlei Anlässen wie Jugendtreffen, Sommerfest des Kindergartens, Krankenhausgottesdiensten, Geburtstagen und auch bei Beerdigungen geblasen. Im Oktober 1953 wurde der erste Gemeindeabend mit Bläservorträgen und Sketchen durchgeführt. Diese Gemeindeabende waren sicherlich ein wesentlicher Grund, daß man zu einer „Posaunenchor-Familie“ zusammenwuchs, denn bei den Sketchen und Theateraufführungen waren nicht nur die Bläser aktiv, sondern auch deren Angehörige und Partner.
1955 zählte der Chor bereits 13 Bläser und 3 Jungbläser. Etliche Bläser nahmen regelmäßig an den von der Landesposaunenarbeit angebotenen
Lehrgängen teil (eine Tatsache, die glücklicherweise bis heute anhält), so dass das bläserische Können des Chors sehr bald ein gutes Niveau erreichte. Die Probenarbeit wurde sehr ernst genommen, so kostete jede Minute zuspätkommen 2 Pf. und das unentschuldigte „Schwänzen“ einer Probe 1 DM. Ende der 50-er Jahre organisierte man erstmals eine Familienfreizeit im Jugendheim Geroldseck der Kirchengemeinde Lahr. Eine bereits seit 30 Jahren dauernde Partnerschaft verbindet den Chor mit der Kirchengemeinde Tränheim im benachbarten Elsass. Die bläserischen Höhepunkte waren und sind immer wieder die Festgottesdienste zu Weihnachten, Ostern und Konfirmation. Aber auch bei gelegentlichen Abendmusiken oder auch als Mitwirkende bei Konzerten von Musik- und Gesangsvereinen bringt der Chor sein breit gefächertes Repertoire von alter Bläsermusik, choralgebundenen Stücken, Volksmusik bis Gospel und Swing zu Gehör.
Man trifft sich aber auch zu Wanderungen, Skilanglauf oder Radtouren. Der Chor besteht heute aus 26 Bläserinnen und Bläser im Alter von 17 bis 62 Jahren. Acht Jungbläserinnen und Jungbläser sind derzeit in der Ausbildung.

Chorleiter Werner Siefert

Der Chor im Jubiläumsjahr