Die Komponisten haben Posaunenchorerfahrung

Auswahlensemble südbadischer Posaunenchören in Kippenheim.

KIPPENHEIM. Ein Geburtstagsständchen in Form eines festlichen Konzertes: Das füllte am Sonntagabend die evangelische Kirche in Kippenheim komplett mit erwartungsfrohen Konzertbesuchern. 60 Jahre Posaunenchor Kippenheim waren der Anlass. Und ein Auswahlensemble aus Posaunenchören zwischen Weil am Rhein und Villingen unter der Leitung von Heiko Petersen hatte ein anspruchsvolles Programm mit viel Schwung mitgebracht.

„Singet dem Herrn“, eine Bearbeitung von Mendelssohns 98. Psalm hatte Heiko Petersen, der in Offenburg lebende Landesposaunenwart, bearbeitet und in Kippenheim erstmals aufgeführt. „Unser Geburtstagsgeschenk. Es ist für dieses Konzert entstanden.“ Howard Blakes „Sinfonietta“, die für das kanadische Spitzenensemble von Philipp Jones geschrieben wurde, zeigte, dass die breite Aufstellung (allein sieben Posaunen) auch ohne Hörner einen leichten, durchsichtigen Ton ermöglichte. Mit Dämpfern und wechselnden, guten Solisten entstanden Brillanz und ein interessanter, sehr dynamischer Klang. Rhythmisch endend in einer modernen Passacaglia.

Dem Agnus Dei, „Christe, du Lamm Gottes“ waren Bearbeitungen von Samuel Barber und Dieter Wendel gewidmet. Hier trafen Kirchentonarten auf Blue-Notes und Jazz-Harmonien. Choräle wie „Nun danket alle Gott“ und „Verleih uns Frieden gnädiglich“ waren der Soundtrack auf dem jüngere Komponisten wie Wendel, Michael Schütz oder der Weimarer Professor für Posaune, Christian Sprenger (geboren 1968) eine fast für Posaunenchöre spezifische Gattung schufen. Mitreißend wie manch populäre Filmmusik. Im Kern aber gesungene Glaubensgeschichte. Man spürt, dass die Komponisten einmal ein Pult in einem Posaunenchor besetzt haben oder es noch tun. Das Publikum sang mit den Bläsern begeistert einen neuen Liedsatz von Michael Schütz (geboren 1963), der den Titel trägt „Mögen sich die Wege vor Deinen Füßen ebnen“.

Nach der Gospel-Adaption „Down By The Riverside“ gab’s kein Halten mehr

Nach Gerhard Luchterhands Gospel-Adaption über „Down By The Riverside“ war das Publikum dann nicht mehr zu halten. Unter rhythmischem Applaus reihte das Südbadische Bläserensemble „La Joie“des Elsässers Lionel Haas als Zugabe an.

Als letztes Stück wählte Heiko Petersen etwas, das jeder Posaunenchorbläser kennt und liebt. Auch wenn er nicht in der südbadischen Auswahl vertreten ist. Einen Bachchoral über „Eine feste Burg ist unser Gott“. Mit einer Fanfare über das Thema hatte der Abend begonnen. So wurde er zuletzt herrlich rund.

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