Kippenheim feiert sich selbst

Die drei Kippenheimer Kirchenchöre sangen zur Feier im Gotteshaus. Foto: Sandra Decoux-Kone
Die drei Kippenheimer Kirchenchöre sangen zur Feier im Gotteshaus. Foto: Sandra Decoux-Kone

Die Gemeinde begeht einen feierlichen Auftakt zur 1250-Jahr-Feier mit einem ökumenischem Gottesdienst in der Friedenskirche.

KIPPENHEIM. Den Auftakt zur Kippenheimer 1250-Jahr-Feier hat am Sonntag ein ökumenischer Gottesdienst gemacht. Zelebriert wurde er von Pfarrer Gerhard Vetterle und Dekan Rainer Becker in der evangelischen Friedenskirche. Er stand ganz unter dem Thema „Früher war alles besser“.

Es war ein Gottesdienst des Dankes – des Dankes an Gott, der Kippenheim diese Jahre geschenkt habe. Und der dazu beitragen solle, auf eine wechselvolle Geschichte zurückzublicken und sich im Jubiläumsjahr auf seine Wurzeln zu besinnen. So formulierte es Pfarrer Vetterle in seiner Begrüßung. Der Ort des Gottesdienstes war bewusst gewählt, viele Jahre war die jetzige evangelische Kirche die einzige Kirche im Ort, sie war bis Anfang der 60er Jahre Simultankirche für beide Konfessionen, beide feierten in Eintracht ihre Gottesdienste. Probleme religiöser Art gab es nicht, man geriet sich aber räumlich und zeitlich ins Gehege. Der Bau der katholischen Kirche in den 1960er Jahren beendete das Simultaneum. Für die Gläubigen war es eine Möglichkeit, Abstand und ein neues Zueinander zu finden, sagte Dekan Rainer Becker in seiner Predigt. Es komme darauf an, einen gemeinsamen Glauben zu gestalten.

Aber war denn jetzt früher wirklich alles besser?, fragte er provokativ, um gleich selbst darauf zu antworten: Er hätte früher nicht leben wollen. Er wollte die alten Zeiten aber auch nicht schlecht machen. Jene Zeiten, als man mehr aufeinander angewiesen war, die bestimmt waren von einem genauen Rhythmus, als man wusste, wo man und was man arbeite und wo man sterbe, mit der Erinnerung an das damalige Gemeinschaftsleben mit Kirchgang und Kirchenfesten. Es sei wichtig, so Becker, sich nicht von der Nostalgie vereinnahmen zu lassen, was Konturen verschwimmen lasse. Zumal man auf den heutigen Standard mit besserer Ernährung und Bildung nicht verzichten wolle.

Zwar reduziere sich das heutige Grundgefühl oft auf wenige Kontakte, das Leben in den eigenen vier Wänden und auf Materielles. Hoffnung sehe er aber darin, den Geist Gottes, weiterzutragen. Wo das Netzwerk aus Kirche, Kommune, Vereinen, Institutionen und Bürgern intakt sei, wo der Glaube gepflegt werde, da könnten Krisen nichts ausrichten.

Bürgermeister Matthias Gutbrod verwies auf die wechselvolle Geschichte der Gemeinde mit Höhen und Tiefen, Leid und Entbehrungen. Heute aber lebten die Bürger in einer liebens- und lebenswerten und wirtschaftlich aufstrebenden Gemeinde. Man könne zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Musikalisch wurde der Gottesdienst von den drei örtlichen Kirchenchören und dem Posaunenchor mitgestaltet. Anschließend gab es einen Empfang in der Kirche.

Badische Zeitung. 04.03.2013

Ein Fest für die Gemeinde

Am Sonntag in Schmieheim.

KIPPENHEIM-SCHMIEHEIM (BZ). Beim großen Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde Schmieheim am Sonntag, 10. März, werden alle Gruppen und Kreise der Gemeinde eingebunden sein. „Das Kirchblütenfest wird von der Gemeinde für die Gemeinde veranstaltet“, erklärt Dekan Rainer Becker in der Ankündigung, „jeder ist zum Mitfeiern eingeladen“. Der Festtag beginnt mit einem bunten Gottesdienst um 10.30 Uhr, den der Posaunenchor Kippenheim, der Singkreis und der Kindergarten mitgestalten. Nach dem Mittagessen im Gemeindehaus gibt es anschließend ein Programm für Groß und Klein unter anderem mit einem Quiz, der Blüten-Blumen-Tombola und dem Bazar mit Selbstgebasteltem.

Badische Zeitung. 08.03.2013