Ökumene kein Fremdwort

Abschied von Kippenheim nahm Pfarrerin Ute Braun. | Foto: Sandra decoux-Kone
KIPPENHEIM (ab). Es ist die erste Pfarrstelle für Pfarrerin Ute Braun gewesen. Sieben Jahre hat sie die beiden Gemeinden Kippenheim und Kippenheimweiler seelsorgerisch betreut. Ende des Monats verlässt sie Kippenheim, um die Pfarrstelle in Lichtenau zu übernehmen. Am Sonntagabend ist sie in einem festlichen Gottesdienst verabschiedet worden.

Der Gottesdienst wurde mitgestaltet von den beiden Kirchenchören und dem Posaunenchor. Als Leitfaden für den Gottesdienst hatte sich die Pfarrerin die Geschichte vom sinkenden Petrus ausgesucht. Sie sei eine ihrer Lieblingsgeschichten in der Bibel, weil sie mit Petrus, „dem Prototyp des Glaubenden und des Zweiflers“, den Wechsel zwischen Vertrauen und Zweifel erzählt.

Die Geschichte um Petrus, als er auf Geheiß von Jesus über das Wasser geht, er dann aber in den stürmischen Wellen zu ertrinken droht, weil er plötzlich auf dem unbekannten Weg zweifelt, durch die helfende Hand von Jesus aber gerettet wird, stehe für die Christen. Und für das Vertrauen, neue Wege zu gehen und stürmischen Zeiten entgegenzugehen, denn Jesus gebe die Kraft für den Weg, der vor uns liege, sagte die Pfarrerin.

Bevor Schuldekan Hans Georg Dietrich die Entpflichtung vornahm, würdigte er den Mut von Ute Braun, mit dem sie mit neuen Ideen die Herausforderungen angenommen habe, an ihrer ersten Stelle gleich zwei Gemeinden zu betreuen. Besonders hob er Brauns Engagement für die Jugend im Jugendkreis und im MiniGottesdienst sowie die kreative Gestaltung der Gottesdienste hervor. Ihr herzliches Lachen werde er vermissen, auch bei der Arbeit im Kirchenbezirk.

Dekan Gerhard Vetterle von der katholischen Pfarrgemeinde dankte Braun vor allem dafür, dass auch durch ihren Einsatz das Wort der Ökumene kein Fremdwort geblieben sei. Auch dem Vertreter des Südbezirkes, Frank Schleifer, werde die Pfarrerin mit ihrem Lächeln, ihrer Freundlichkeit und ihrer natürlichen Art fehlen. Volkhard Krall von der Lahrer Kirchengemeinde nannte ihren Mut zu Unkonventionellem. Er wünschte sich, Mitglied der Pfarrgemeinde zu sein, in der Braun Pfarrerin ist.

Abschied von Ute Braun nahmen auch Bürgermeister Matthias Gutbrod, der Ortsvorsteher aus Kippenheimweiler Eberhard Roth, Vertreterinnen der beiden Kindergärten, der Jugendkreis, der Kirchengemeinderat, der Ältestenkreis und die Konfirmanden. Da klang Wehmut mit: Für die Kirchengemeinde gehe eine besondere Zeit mit einer Pfarrerin zu Ende, die eine außergewöhnliche Gabe habe, Gottesdienste zu leiten und zu predigen. Nach dem Gottesdienst hatten die zahlreichen Kirchenbesucher bei einem Empfang die Möglichkeit, sich von ihrer Pfarrerin zu verabschieden.

Quelle: Badische Zeitung