Maitrise vocale

Hermann Feist mit dem Chor
Hermann Feist beim Dirigieren
der Maitrise vocale sind in den letzten Vorbereitungen für das Lahrer Adventssingen, das am Dienstag, 4. Dezember, um 18 Uhr in der Stiftskirche stattfinden wird. Im Bild Bezirkskantor Hermann Feist mit Teilen des Kinderchors. Am Adventssingen beteiligen sich auch das Vororchester der Musikschule unter der Leitung von Claudia Bühler sowie der Kippenheimer Bläserkreis unter Leitung von Werner Siefert. (FOTO: BAMBERGER)

Basteln, backen und bummeln

Weihnachtsmarkt Poststraße

KIPPENHEIM (BZ). Auch in diesem Jahr findet in der Poststraße wieder der traditionelle Kippenheimer Weihnachtsmarkt statt — dieses Mal mit der Rekordzahl von mehr als 50 Ständen. Der 15. Weihnachtsmarkt wird am Samstag, 1. Dezember um 16 Uhr im Beisein der Weinkönigin feierlich eröffnet; Posaunenchor und Männergesangsverein sorgen für die passende Musik. Um 19 Uhr gibt es eine Verlosung, eine zweite findet am Sonntag um 17 Uhr statt. Am Sonntag ist „Familientag“ mit Kinderchören, Schulchor und Jungmusikern. Das Jugendzentrum bietet Kinderbasteln und die Kindergärten Weihnachtsbacken an. Ab 13.30 Uhr gibt’s beim Jugendzentrum die Möglichkeit zum Ponyreiten. Zu einer Märchenstunde lädt die ehemalige Synagoge um 15.30 Uhr.

Wie die Trompeten von Jericho

Der Chor beim Spielen
Stromlinien: eine verwirrende Fülle von Instrumenten beim Konzert in Allmannsweier (FOTO: HEIDI FÖSSEL)
Die Kirchenmauern wurden erschüttert: Das Abschlusskonzert des Bezirksbläserseminars erfüllte die hohen Erwartungen

Von der BZ Mitarbeiterin Ulrike Le Bras

SCHWANAU-OTTENHEIM. Beim Abschlusskonzert des Bezirksbläserseminars wurden die Ohren der Zuhörer so richtig durchgeblasen. Denn so manches Stück am Sonntagabend in der evangelischen Kirche von Allmannsweier gehörte nicht in die Rubrik „Das geht runter wie Öl“ , sondern war bisweilen ganz schön schräg, mit Ecken und Kanten, swingend, poppig und kam mitunter sogar rockig daher.

Schnell war die Kirche voll besetzt. Wer noch sitzen wollte, musste auf die Empore ausweichen, die sich auch rasch füllte. Volles Haus also für eine Veranstaltung, die im Ried und darüber hinaus seit Jahrzehnten ein fester Bestandteil des November-Kulturprogramms ist.

Vorzeiten noch unter dem Taktstock von Ludwig Pfatteicher, heute unter der Regie von Landes-Posaunenwart Heiko Petersen mit Traugott Fünfgeld an der Orgel sowie den Solointerpreten Thomas Neuberth (Trompete) und Joachim Osswald (Posaune), standen und stehen diese Abschlusskonzerte immer für anspruchsvolle Kirchenmusik zum Ende des Kirchenjahres.

Den Trompeten von Jericho gleich, die die Stadtmauern zum Einstürzen brachten, war die „Eröffnungsmusik“ von Dieter Wendel. Die Vibrationen waren jedenfalls auch ohne Verstärkeranlagen bis in die obersten Sitzreihen der Empore zu spüren. „Jauchzet dem Herrn alle Welt“ von Felix Mendelssohn Bartholdy füllte als erstes traditionelles Bläserstück des Programms feierlich-getragen den Kirchenraum. Gefolgt von der „Sonate f-moll“ von Telemann, interpretiert von Soloposaune und Orgel. In schöner Ausgewogenheit malten dann Trompeten den Zuhörern musikalische „Ländliche Bilder“ . In der Liturgie griff Pfarrerin Malter das Thema „Jauchzet dem Herrn“ auf und las den gleichlautenden Psalm 100.
Das „Konzert für Trompete und Orgel“ von Joseph Haydn und die „Abendglocken“ von Franz Abt, sowie „Variation in Swing“ schlossen den ersten Teil des Programms ab.

Im Anschluss konnte wieder flott-moderne Bläsermusik genossen werden. Nachdem Traugott Fünfgeld an der Orgel seine Komposition „Kommt mit Gaben und Lobgesang“ intoniert hatte, durften die Jungbläser in die zur den Instrumenten greifen. Zunächst spielten sie mit den Altbläsern einen „Groove VII“ , dann allein einen „Chacha“ . Das war den Zuhörern den ersten Zwischenapplaus des Abends wert.

Schließlich standen zwei Stücke von Friedrich Heinrich Kern auf dem Programm. Die folgende „Introduction“ schien wie abgestimmt auf den vorhergehenden Text über die Auferweckung des Lazarus: für den (unwahrscheinlichen) Fall, dass der eine oder andere in den Schlaf abgerutscht sein sollte, weckte ihn der Chor auf: Gewaltig, poppig bis rockig ging es über ein schräges Finale zum nächsten Gemeindelied, das als Lied zum Deutschen evangelischen Posaunentag in Leipzig ausgewählt wurde: „Halt doch mal ein im Eilen durch die Tage…“ . Besser konnte man die Besucher nicht auf den Weg in die Adventszeit schicken. Übrigens: Der Texter dieses Liedes, Wilhelm von Ascheraden, weilte an diesem Abend in der Kirche Allmannsweier. Den Schlusspunkt setzte Johann Sebastian Bach: „So sei nun Seele, deine…“ und als Zugabe das „Gloria sei dir gesungen“ .

Ovationen für Rentschler

Jubiläumskonzert des Posaunenchors begeistert Zuhörer / Abschied vom langjährigen Dirigenten

Vom BZ Mitarbeiter Alfred Arbandt

LAHR-HUGSWEIER. Die Freude über ein gelungenes Jubiläumskonzert des Posaunenchors ist am Sonntag durch Wehmut über den Abschied von Dirigent Oswald Rentschler fast ein wenig überdeckt worden. Nach 45 Jahren hat der Chorleiter beim 125-Jährigen sein letztes Konzert gegeben und den Stab an Roman Schieni weitergegeben. Das Publikum und die Aktiven seines Chors dankten dem Urgestein der Hugsweierer Posaunenchorszene nach dem letzten Beitrag mit Ovationen.

Der durch Bläser aus Kippenheim und Friesenheim verstärkte Hugsweierer Posaunenchor erwies sich von Beginn an als ambitionierte und eingespielte Formation, und bot eine Reise durch unterschiedlichste Epochen und Stilrichtungen. Der „Festlichen Eröffnung“ von Dieter Wendel folgte eine Hommage an Wolfgang Amadeus Mozart. Im ersten Programmteil des unter dem Motto „Zu Gottes Lob und Ehre“ stehenden Konzerts standen die Suite in B-Dur von Georg Friedrich Händel und eine Suite des französischen Barockmusikers Jean-Joseph Mouret mit dem besonders gut gespielten Fanfaren-Rondeau im Mittelpunkt.

Zusammen mit der Gemeinde huldigte man im Kirchenlied „Nun lob mein Seel“ den Herren“ Johann Sebastian Bach. Pfarrer Daniel Ahrnke ergänzte mit Psalmlesungen und Geschichten über Musik das abwechslungsreiche Programm. Bezirksposaunenchorleiter Traugott Fünfgeld ehrte danach Ralf Kurz und Bernd Adam für 28 Jahre aktive Mitgliedschaft mit der goldenen Ehrennadel, Annette Rentschler erhielt die Nadel in Silber.

Problematischer war es für Fünfgeld, dem scheidenden Dirigenten eine adäquate Ehrung zukommen zu lassen. Oswald Rentschler, der seit 55 Jahren mit besonderem Engagement dem Posaunenspiel verbunden ist, hat bereits alle hohen Auszeichnungen des Verbandes. So blieb dem Bezirksposaunenchorleiter nur übrig, ihm eine besondere Ehrenurkunde, eine große Flasche besten Weins und eine CD zu überreichen.

Pfarrer Daniel Ahrnke verabschiedete Rentschler mit herzlichen Dankesworten für seinen unermüdlichen Einsatz und seinen Dienst zum Lobe Gottes. „Sie waren ein Geschenk für unsere Gemeinde und wir lassen Sie nur ungern gehen“ , so der Gemeindepfarrer.

Im zweiten Programmteil zeigte sich dann der Posaunenchor von einer anderen Seite. Bei populären Weisen, wie „Lady Madonna“ von den Beatles oder „Cochabamba“ , „Put your hand in the hand“ und „Tiger Rag“ wurden die Posaunen und Trompeten von Hans-Michael Fabritius am Schlagzeug wirkungsvoll unterstützt. Höhepunkt und ein besonderer Hörgenuss war dann die schottische Weise „Highland Cathedral“ , bei der der Chor noch einmal alle Register zog.

Mit frenetischem Beifall und Ovationen im Stehen wurde dann der scheidenden Dirigent bedacht. Eine Zugabe und das von den Zuhörern mitgesungene „Nun danket alle Gott“ beendete das denkwürdige Konzert. Beim anschließenden Empfang im Gemeindehaus bedankten sich der Vorsitzende der Kirchenältesten Walter Sexauer für die Hugsweierer und Gerd Deusch für die Langenwinkler Kirchengemeinde, Günter Noll für die Aktiven des Posaunenchors und Ortsvorsteher Hansjakob Schweickhardt im Namen der politischen Gemeinde. Dem Nachfolger Roman Schieni wurden die besten Wünsche mit auf dem Weg gegeben. Oswald Rentschler, dem die Jugendarbeit ein besonders Anliegen war, stellte Jan Totzke als neuen Jungbläser vor.